Nahwärmenetz

Warum soll in Wettringen ein Nahwärmenetz gebaut werden?

Im Rahmen der Dorferneuerung wird die Staatsstraße 2281 (Wettringer Str.) vom Straßenbauamt erneuert. Bei dieser Baumaßnahme kann ein Teil der erforderlichen Leitungen mitverlegt werden. Dadurch werden Kosten eingespart.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen, wenn ich mein Grundstück an das Netz anschließen will?

Die Kosten sind von der zu bauenden Anlage, den örtlichen und topografischen Gegebenheiten sowie der Anzahl der angeschlossenen Haushalte abhängig. In der Machbarkeitsstudie werden erhebliche staatliche Subventionen in Aussicht gestellt. Über die KfW-Bank können verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten abgerufen werden. Es ist deshalb nach Auffassung des Arbeitskreises unseriös, vor der Planung der Anlage irgendwelche Zahlen zu nennen, oder gar auf kürzlich gebaute oder vergleichbare bestehende Anlagen zu verweisen.

Was sind Holzhackschnitzel?

Holzhackschnitzel werden aus Durchforstungs- und Landschaftspflegemaßnahmen aus einheimischer, naturgemäßer und nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen. Mithilfe eines Häckslers wird aus Stämmen und dicken Ästen Holzhackschnitzel hergestellt. Der Brennstoff Holzhackschnitzel gehört technisch gesehen zu den Rohstoffen. Sie werden entweder für die Holz verarbeitende Industrie hergestellt (z. B. Spanplattenherstellung) oder sie dienen als Brennstoff für Haushalte oder Heizkraftwerke.

Wie entsteht aus Holzhackschnitzel Wärme?

Die Verbrennung erfolgt in der Regel durch eine Hackschnitzelheizung. Diese besteht aus einem Heizkessel, der im Grunde so ähnlich arbeitet, wie eine Pelletheizung. Hackschnitzelheizungen weisen in der Regel eine hohe Wirtschaftlichkeit aus, die sich vor allem für größere Komplexe rentieren. Die Umweltverträglichkeit von Hackschnitzelheizungen ist sehr vorteilhaft, da die ausgestoßene Menge an CO² identisch ist mit der eingebundenen Menge durch das Wachstum der Bäume.

Was ist der Unterschied zu einer Zentralheizung?

Gegenüber einer Zentralheizung im eigenen Haus ist die Verlässlichkeit der zentralen Wärmebereitstellung größer, weil sie auf mehreren Standbeinen steht: Zur Grundversorgung wird die Wärme in einem Heizkessel erzeugt, der mit Holzhackschnitzeln gespeist wird. Für einen besonders hohen Wärmebedarf wird ein sogenannter Spitzenlastkessel eingesetzt, der sich automatisch bei Bedarf zuschaltet. Dieser Spitzenlastkessel ist so dimensioniert, dass er sogar die benötigte Wärme alleine erzeugen könnte. Somit ist auch der ununterbrochene Betrieb des Nahwärmenetzes bei eventuell anfallenden Reparatur- bzw. Wartungsarbeiten an einem der Kessel sichergestellt. Ein ausreichend großer Wärmespeicher sorgt überdies für die Abfederung von Nutzungsschwankungen und somit für eine effektivere Auslastung der Anlage. Über Differenzdruckfühler in den einzelnen Stichleitungen des Nahwärmenetzes und der damit geregelten Steuerung wird sichergestellt, dass in jedem angeschlossenen Haushalt genügend Wärmeenergie zu jeder Zeit angeboten wird. Ähnlich wie bei einer konventionellen Heizungsanlage wird nur die Wärmemenge in das Netz eingespeist, die für den Betrieb notwendig ist.

Wer ist der Betreiber des Nahwärmenetzes?

Die Interessenten gründen eine Gesellschaft und betreiben die Anlage gemeinsam. Die Gesellschafter stellen der Gesellschaft das Kapital zum Bau der Anlage zur Verfügung. Zweck der Gesellschaft ist die Erzeugung der Wärme für die Gesellschafter. Die Gesellschaft ist nicht gewinnorientiert. Die Anlage sichert langfristig kalkulierbare Heizkosten für jeden Gesellschafter. Müssen alle Interessenten gleich von Beginn an mitmachen? Prinzipiell ja. Die Größe der Heizanlage ist von der zu liefernden Wärme abhängig. Denkbar ist jedoch ein Erstbezug der Wärme im zweiten Jahr um den vorhandenen Heizölbestand noch verbrauchen zu können.

Welche weiteren Vorteile bietet ein Nahwärmenetz?

  • Bei Stilllegung der bisherigen Zentralheizung entfallen die Kosten für den Kaminkehrer (Messung des Heizkessels) und den Heizungskundendienst.
  • Eine bestehende Solaranlage kann weiter betrieben werden, wenn ein Warmwasserspeicher vorhanden ist.
  • Durch gemeinschaftlichen Einkauf von Heizmaterial kommen wir an günstige Bedingungen.
  • Ein eigener Kessel und ein Lagerraum für Brennmaterial (Öl, Holz usw.) entfallen.
  • Unabhängigkeit von Öl- und Gaspreisen
  • Nachwachsende Rohstoffe wie Elefantengras oder Weiden, die auf Ackerflächen angebaut werden, können in einer Hackschnitzelheizung verfeuert werden. Ein Nahwärmenetz kann mit geringem Aufwand auf anderes Heizmaterial umgestellt werden.

Es gibt derzeit viele Gründe mit Holz zu heizen!

  • Holz ist ein wirtschaftlicher Brennstoff
  • Holz verbrennt CO²-neutral
  • Holz aus heimischen Wäldern dient der Waldpflege
  • Holz und die Wertschöpfung bleiben in der Region
  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff

Welche Empfehlung gibt der Arbeitskreis

  • Besuchen Sie die Infoveranstaltungen, zu denen rechtzeitig eingeladen wird.
  • Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen die Vorteile, die ein Anschluss an das Nahwärmenetz bringt, vor allem dann, wenn demnächst das eigene Haus an Angehörige oder Kinder übertragen werden soll.

Fazit:

Für eine Umstellung ist eine Investition notwendig. Diese rechnet sich im Lauf weniger Jahre. Wie eingangs erwähnt, können mit der Erneuerung der Wettringer Straße enorme weitere Kosten eingespart werden.